Warum wir heute mehr gute Nachrichten brauchen denn je
Hast du manchmal das Gefühl, dass die Welt nur noch aus Krisen, Konflikten und Katastrophen besteht?
Wenn du morgens dein Smartphone öffnest, begegnen dir oft Schlagzeilen über Kriege, politische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheiten oder die Klimakrise, aber keine Good News. Nach wenigen Minuten fühlt man sich erschöpft, machtlos oder sogar ängstlich. Doch ist die Welt wirklich nur noch schlecht? Oder fehlt uns vielleicht ein wichtiger Teil der Realität?
Genau darüber habe ich in meinem Podcast „Spür dein Glück“ mit der Journalistin und Chefredakteurin von Good News, Bianca Kriel, gesprochen. Sie zeigt jeden Tag gemeinsam mit ihrem Team, dass guter Journalismus nicht bedeutet, Probleme zu verschweigen – sondern die ganze Wirklichkeit sichtbar zu machen.
Mehr über Bianca Kriel und das Good-News-Projekt findest du hier:
https://goodnews.eu
Warum negative Nachrichten uns so stark beeinflussen
Unser Gehirn ist nicht darauf programmiert, glücklich zu sein. Es ist darauf programmiert, zu überleben.
Deshalb reagieren wir besonders sensibel auf Gefahren, Risiken und schlechte Nachrichten. Evolutionsbiologisch war das sinnvoll. Wer den Säbelzahntiger früh erkannt hat, hatte bessere Überlebenschancen.
Heute führt dieser Mechanismus jedoch dazu, dass negative Schlagzeilen unsere Aufmerksamkeit stärker fesseln als positive Entwicklungen.
Das Problem: Je mehr negative Nachrichten wir konsumieren, desto häufiger entsteht ein Gefühl der Ohnmacht. Die Neurowissenschaft spricht hier von erlernter Hilflosigkeit.
Viele Menschen berichten heute nicht nur von Stress im Alltag, sondern auch von einer zunehmenden Belastung durch die Nachrichtenlage. Sie fühlen sich ausgeliefert und verlieren den Glauben daran, selbst etwas bewirken zu können.
Good News sind keine Schönfärberei
Einer der spannendsten Punkte unseres Gesprächs war die Frage:
Sind Good News naiv?
Die Antwort von Bianca Kriel war eindeutig: Nein.
Gute Nachrichten bedeuten nicht, Krisen auszublenden. Im Gegenteil. Gute Nachrichten zeigen Lösungen, Fortschritte und Entwicklungen innerhalb bestehender Herausforderungen.
Wenn beispielsweise über innovative Lösungen für die Klimakrise berichtet wird, bleibt die Klimakrise selbst Teil der Geschichte. Der Unterschied liegt darin, dass zusätzlich sichtbar wird, was Menschen bereits tun, um Probleme zu lösen.
Good News ergänzen also die Realität – sie ersetzen sie nicht. Genau deshalb bezeichnet man diesen Ansatz oft als konstruktiven Journalismus.
Die entscheidende Frage: „Wie könnte es weitergehen?“
Eine Erkenntnis aus unserem Podcast hat mich besonders beeindruckt.
Studien zeigen, dass Menschen belastende Nachrichten deutlich besser verarbeiten können, wenn am Ende noch eine zusätzliche journalistische Frage beantwortet wird:
„Wie könnte es jetzt weitergehen?“
Diese scheinbar einfache Frage verändert die Wirkung einer Nachricht erheblich.
Menschen fühlen sich weniger hilflos. Sie sehen Handlungsmöglichkeiten. Sie erkennen Perspektiven.
Statt in einem Gefühl von „Alles ist schlimm“ stecken zu bleiben, entsteht die Wahrnehmung:
„Ja, das Problem ist real. Aber es gibt Wege, damit umzugehen.“
Vielleicht liegt genau hier die Zukunft eines gesunden Journalismus.
Warum Good News heute wichtiger sind als früher
Interessanterweise wird die Berichterstattung seit dem Aufkommen des Online-Journalismus zunehmend negativer. Der Grund dafür ist einfach:
Negative Nachrichten erzeugen mehr Aufmerksamkeit.
Sie werden häufiger angeklickt, häufiger geteilt und länger konsumiert.
Medienhäuser stehen unter wirtschaftlichem Druck und orientieren sich verständlicherweise an dem, was Reichweite erzeugt. Gleichzeitig entsteht dadurch jedoch ein verzerrtes Bild der Welt.
Denn während viele Schlagzeilen immer negativer werden, zeigen zahlreiche internationale Daten eine andere Entwicklung:
- Mehr Menschen haben Zugang zu Bildung.
- Die weltweite Armut wurde in vielen Regionen reduziert.
- Medizinische Innovationen retten Leben.
- Nachhaltige Technologien entwickeln sich rasant weiter.
- Immer mehr Menschen engagieren sich aktiv für gesellschaftliche Lösungen.
Diese Entwicklungen existieren. Sie schaffen es nur deutlich seltener in die Schlagzeilen.
Medienhygiene: Was du selbst tun kannst
Ein Begriff, der in unserem Gespräch immer wieder auftauchte, war Medienhygiene.
Damit ist ein bewusster Umgang mit Nachrichten gemeint.
Es geht nicht darum, die Augen vor der Realität zu verschliessen. Es geht darum, die eigene mentale Gesundheit zu schützen.
Frage dich deshalb regelmässig:
- Wie viele Nachrichten konsumiere ich täglich?
- Welche Quellen tun mir gut?
- Welche Informationen helfen mir wirklich weiter?
- Wo beginnt reines Doomscrolling?
Gerade in persönlichen Belastungsphasen kann es sinnvoll sein, den Nachrichtenkonsum bewusst zu reduzieren und gezielt auf ausgewogene Quellen zu setzen.
Warum Good News Hoffnung und Handlungskraft stärken
Was mich an Good News besonders begeistert, ist nicht der Optimismus.
Es ist die Handlungskraft.
Wenn wir lesen, dass Menschen Lösungen entwickeln, innovative Ideen umsetzen oder gesellschaftliche Herausforderungen erfolgreich angehen, erinnert uns das daran, dass Veränderung möglich ist.
Good News erzeugen nicht nur ein gutes Gefühl.
Sie zeigen Wege auf.
Und manchmal genügt schon eine einzige Geschichte, um einen neuen Gedanken anzustossen oder selbst aktiv zu werden.
Genau deshalb brauchen wir heute nicht weniger Journalismus.
Wir brauchen besseren Journalismus.
Einen Journalismus, der Probleme sichtbar macht – und gleichzeitig Perspektiven eröffnet.
Mein Fazit
Die Welt hat Herausforderungen. Daran besteht kein Zweifel.
Aber sie besteht ebenso aus Fortschritt, Innovation, Mitgefühl und Menschen, die jeden Tag an Lösungen arbeiten.
Wenn wir ausschliesslich die negativen Seiten betrachten, verlieren wir leicht den Blick für das Ganze.
Good News helfen uns dabei, die Realität vollständiger wahrzunehmen – und sie erinnern uns daran, dass Zukunft immer gestaltbar bleibt.
Wenn du erfahren möchtest, warum gute Nachrichten weit mehr sind als blosser Optimismus und wie konstruktiver Journalismus unsere mentale Gesundheit stärken kann, dann höre unbedingt in meine Podcastfolge mit Bianca Kriel hinein:
Die Podcastfolge liefert viele weitere spannende Einblicke in die Themen Good News, Medienhygiene, konstruktiver Journalismus und mentale Gesundheit.











