trauma verarbeiten - podcastfolge mit christina zech und katharina drexler

Trauma verarbeiten: Wie transgenerationale Traumata unser Leben prägen

Manchmal tragen wir etwas in uns, das wir selbst nie erlebt haben.

Und trotzdem fühlt es sich an wie ein Teil unserer eigenen Geschichte.

Genau darüber spreche ich in meiner aktuellen Podcastfolge mit Dr. Katharina Drexler – Pionierin der transgenerationalen Traumatherapie und eine der wichtigsten Stimmen im deutschsprachigen Raum, wenn es darum geht, wie man ein Trauma verarbeiten kann, das nicht nur individuell, sondern über Generationen hinweg weitergegeben wurde.

Wenn ich ehrlich bin: Dieses Gespräch hat auch bei mir etwas verändert.

Denn es stellt eine Frage, die viele Menschen zunächst irritiert – und dann tief berührt:

Was, wenn das, was du fühlst, gar nicht nur deins ist?

Wenn Trauma durch Generationen wandert

Dr. Katharina Drexler beschreibt eindrücklich, wie sie selbst durch ihre Arbeit auf ein Phänomen gestossen ist, das lange kaum wissenschaftlich beachtet wurde: transgenerationale Traumata.

Also seelische Verletzungen, die nicht nur eine Person betreffen, sondern sich unbewusst auf Kinder und Enkel übertragen können.

In unserem Gespräch erzählt sie von einer Patientin, die nach einem schweren Unfall eigentlich nur ihre eigene Erfahrung verarbeiten wollte. Doch plötzlich kam etwas völlig Unerwartetes hoch: tiefe Trauer über den Tod eines Bruders, den sie nie kennengelernt hatte.

Und der Satz, der in diesem Moment fiel, verändert alles:

„Das ist nicht meine Trauer, das ist die Trauer meiner Mutter.“

Dieser Moment zeigt, was viele Menschen nur schwer greifen können – aber innerlich oft schon gespürt haben.

Trauma verarbeiten heisst oft: verstehen, was nicht sichtbar ist

Wenn wir über Trauma verarbeiten sprechen, denken viele zuerst an eigene Erlebnisse: Unfälle, Gewalt, Verlust.

Doch Dr. Drexler macht deutlich: Ein Teil unserer emotionalen Belastungen kann aus einer völlig anderen Quelle stammen.

Gerade Kriegsenkel oder Menschen mit familiärer Geschichte von Gewalt, Flucht oder Verlust kennen oft Gefühle wie:

  • unerklärliche Angst
  • tiefe innere Unruhe
  • emotionale Schwere ohne klaren Auslöser
  • wiederkehrende Muster in Beziehungen

Diese Gefühle sind real – auch wenn ihre Herkunft oft verborgen bleibt.

Mehr über Dr. Katharina Drexler und ihre Bücher Ererbte Wunden erkennen und Ererbte Wunden heilen findest du hier:
https://klett-cotta.de/katharina-drexler

Höre die ganze Podcastfolge

Wenn dich dieses Thema berührt hat oder du das Gefühl kennst, dass da „mehr ist“, als du dir erklären kannst, dann lade ich dich herzlich ein: Höre dir das vollständige Gespräch mit Dr. Katharina Drexler an – Pionierin der transgenerationalen Traumatherapie und erfahre, wie auch du dein Trauma verarbeiten kannst.

Was bedeutet „Trauma Release“?

Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang immer häufiger auftaucht, ist Trauma release.

Wichtig ist hier eine klare Einordnung:
Es geht nicht um einen schnellen „Reset“ oder eine Technik, die alles löst.

Dr. Drexler beschreibt vielmehr etwas Tieferes:
Trauma kann dann verarbeitet werden, wenn das Nervensystem und das Gehirn beginnen, fragmentierte Erinnerungen zu integrieren.

Das bedeutet:

  • aus einzelnen Stressfragmenten wird eine zusammenhängende Geschichte
  • der Körper versteht: Es passiert nicht mehr jetzt
  • emotionale Überflutung nimmt ab.

Trauma release kann also als ein Prozess verstanden werden – nicht als Methode, sondern als Ergebnis gelungener Verarbeitung.

Warum wir die Vergangenheit oft in uns tragen

Besonders eindrücklich fand ich im Gespräch die persönliche Geschichte von Dr. Drexler selbst.

Sie erzählt, dass ihr Vater eine schwere Kriegserfahrung überlebt hat – und dass sich diese Geschichte auch in ihr zeigte, in Form wiederkehrender Albträume.

Erst Jahre später erkannte sie die Verbindung zwischen ihren eigenen inneren Bildern und dem Erleben ihres Vaters.

Diese Erkenntnis ist zentral:

Wir sind nicht nur geprägt von dem, was uns passiert.
Sondern auch von dem, was vor uns passiert ist.

Der wichtigste Schritt beim Trauma verarbeiten

Wenn du dich fragst, ob du selbst etwas „Ererbtes“ in dir trägst, ist die wichtigste Botschaft aus diesem Gespräch nicht: „Finde sofort die Ursache.“

Sondern vielmehr:
Werde neugierig auf deine inneren Muster.

Denn der erste Schritt beim Trauma verarbeiten ist oft nicht die Lösung – sondern das Verstehen.

Und manchmal reicht genau das schon, um etwas in Bewegung zu bringen.

Heilung bedeutet nicht Vergessen

Ein zentraler Punkt, den Dr. Drexler betont: Heilung bedeutet nicht, dass die Vergangenheit verschwindet.

Es bedeutet vielmehr:

  • Sie verliert ihre Macht über das Heute
  • Sie wird Teil deiner Geschichte – nicht deiner Gegenwart
  • Du kannst wieder frei reagieren, statt automatisch zu funktionieren.

Das ist vielleicht der wichtigste Unterschied zwischen „überleben“ und wirklich glücklich leben.

Mein persönlicher Eindruck aus diesem Gespräch

Ich nehme aus diesem Gespräch vor allem eines mit:
Viele Menschen kämpfen nicht nur mit ihrer eigenen Geschichte – sondern mit Geschichten, die sie unbewusst mittragen.

Und genau deshalb ist es so wichtig, dass wir anfangen, darüber zu sprechen.

Ohne Scham. Ohne Bewertung. Ohne Druck.

Einfach mit der Bereitschaft hinzuschauen.

Wenn du nun verstehen möchtest, wie du diese übernommenen und eigenen traumatischen Erfahrungen konkret weiterverarbeiten und Schritt für Schritt in echte innere Stabilität und Veränderung bringen kannst, findest du im weiterführenden Beitrag „Innere Wunden heilen in 8 Schritten“, der demnächst erscheint, den nächsten wichtigen Schritt.

Ich wünsche dir, dass dein Herz heute richtig leuchtet!

Spür dein Glück,

Kennst du schon…

Glückscoach Christina Zech

Meine Geschichte:
Vom Schmerz zum Glück

Coaching für mehr
Selbstliebe & Lebensfreude

Christina Zech - Glückscoach für messbare Lebensqualität - Coaching

Glück. Meistern – Coaching für dein erfülltes Leben

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